Deutschland und Namibia vertiefen Zusammenarbeit

Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, der Schutz von Umwelt und Ressourcen sowie Transport und Logistik sind Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Namibia. Hierfür stellt die Bundesrepublik Deutschland in diesem und im nächsten Jahr rund 130 Millionen Euro zu Verfügung. Dies wurde bei den bilateralen Regierungsverhandlungen beschlossen, die am 14. und 15. September in Namibia stattfanden.

Schwerpunkt: Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Die namibische Vizeministerin der National Planning Commission Lucia IIpumbu mit Benjamin Seidel (BMZ) Bild vergrößern (© GIZ) Die Förderung der namibischen Wirtschaft sowie die Entwicklung des Berufsbildungssystems stehen im Mittelpunkt der Nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung und greifen damit Kernthemen der globalen, regionalen und nationalen Entwicklungsplanung auf. Dadurch werden jungen Menschen berufliche Perspektiven eröffnet und der Jugendarbeitslosigkeit von über 40% begegnet. Mit Darlehen wird der Zugang zu Finanzdienstleistungen von kleineren und mittleren Unternehmen ermöglicht.

Schwerpunkt: Natürliche Ressourcen

Im Schwerpunkt Schutz und Nutzung der Natürlichen Ressourcen wird die namibische Regierung bei der Bekämpfung der Wilderei in Namibia unterstützt. Weiterhin wird die namibische Landreform gefördert, mit der der Zugang zu Land für benachteiligte Bevölkerungsgruppen ermöglicht wird. Mit einem geplanten Darlehen kann die Stadt Windhuk nunmehr die lokale Trinkwasserversorgung verbessern.

Mit Darlehen für den Bau überregionaler Straßen wird die Rolle Namibias als regionaler Logistikhub gestärkt.

Nachhaltige Entwicklungsziele als Rahmen der Zusammenarbeit

Diskutiert wurde die Idee einer "Agenda 2030-Partnerschaft" in Form einer intensiven Zusammenarbeit beider Staaten auf unterschiedlichen Ebenen zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele. Namibia ist Partnerland im Rahmen der Agenda 2030-Initiative. Vorschlag für erste Schritte, u.a. eine Lehrreise nach Deutschland zum Gespräch mit Institutionen der deutschen SDG-Umsetzungsstruktur wurde von namibischer Seite sehr positiv aufgenommen.

Die 2015 verabschiedeten Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen bilden den gemeinsamen Rahmen für die Zusammenarbeit. Die Umsetzung genießt auch auf namibischer Seite hohe Priorität. Es wurde vereinbart, sich zukünftig im Rahmen des entwicklungspolitischen Dialogs über die Implementierung der Nachhaltigkeitsziele auszutauschen. Dabei sollen deutsche und namibische Schlüsselinstitutionen einbezogen, wie Beispielsweise der namibische Nachhaltigkeitsrat, einbezogen werden.

Anschauliche Ergebnisse der bisherigen Kooperation

UNAM-Campus in Ongwediwa: der neue "German Wing" wurde eingeweiht. Bild vergrößern (© GIZ) Die Verhandlungen waren eingebettet in ein öffentlichkeitswirksames Rahmenprogramm. So wurde in Ongwediva (Oshikoto Region) der "German Wing", die Fakultät für Bauingenieurswissenschaften der Universität von Namibia (UNAM) offiziell eingeweiht. Der Bau erfolgte über eine FZ-Finanzierung. Aus Mitteln der Technischen Zusammenarbeit u.a. die Entwicklung von Lehrplänen, Öffentlichkeitsarbeit, sowie Austauschprogramme mit deutschen Partnerinstitutionen unterstützt. Die Ministerin für Hochschulbildung Kandji-Murangi lobte die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ausgiebig und sprach von einem "historischen Beitrag zur Entwicklung Namibias".

Ebenfalls im Zuge der Regierungsverhandlungen wurde die Managementstation des Nkasa Rupara Nationalparks (Zambezi Region) eingeweiht. Der nambische Vizeminister für Umwelt und Tourismus Nambahu lobte den deutschen finanziellen Beitrag.